Die Premieren der Spielzeit 2016/17

Michael Kohlhaas

nach der Novelle von Heinrich von Kleist
Fassung und Regie Frank Weiß
Premiere am 15. September 2016

Der Rosshändler Michael Kohlhaas, „einer der rechtschaffensten und zugleich schrecklichsten Menschen seiner Zeit“, wird unrechtmäßig um zwei seiner Pferde gebracht. Bei seinem Versuch, sich Gerechtigkeit zu verschaffen, scheitert er. Vom Staat alleine gelassen, entschließt er sich zur Selbstjustiz und verliert dabei jedes Maß.
Der Fall Kohlhaas wirft die Frage auf, ob durch Gewalt überhaupt Gerechtigkeit hergestellt werden kann. Welche Mittel bleiben dem Bürger, wenn der Staat seiner Pflicht, Gerechtigkeit zu schaffen, nicht nachkommt? Auf welche Seite würden wir uns schlagen, wenn die Ungerechtigkeit in unser Leben tritt? Würden wir schweigen oder kämpfen? Wie weit wären wir bereit zu gehen?

Spieltrieb

von Juli Zeh
Bühnenfassung von Bernhard Studlar
JUNGE PRINZ*ESSINNEN
Leitung: Clara Nielebock
Premiere am 22. Oktober 2016

Mit „Spieltrieb“ nach dem Roman von  Juli Zeh zeigt der Jugendclub JUNGE PRINZ*ESSINNEN seine zweite Produktion im PRINZREGENTTHEATER. In einer hoch spannenden Verführungs- und Erpressungsgeschichte zwischen zwei Schülern und ihrem Lehrer wird in „Spieltrieb“ praktische Philosophie geübt, an den Grundfesten von Wertprinzipien gesägt und der Generationenkonflikt verhandelt. Die sieben Schauspieler der JUNGEN PRINZ*ESSINNEN 15+ trainieren und proben seit Januar intensiv für das abendfüllende Stück, das im Oktober 2016 Premiere feiern wird.

Die Schöne und das Biest

von Lucy Kirkwood und Katie Mitchell
Regie: Romy Schmidt
Premiere am 26. November 2016

Das französische Volksmärchen von Belle, die in die Fänge eines furchterregenden Biestes gerät, ist wohl eine der schönsten Geschichten über das sich entwickelnde WIR eines Paares und die Kraft der Liebe. Obwohl ihr Verstand und der Augenschein Belle sagen, dass sie es mit einer grauenhaften Bestie zu tun hat – ihr Herz schaut allmählich hinter die hässliche Fratze des Ungeheuers, wo ein edles Wesen und ein schaurig-schönes Geheimnis verborgen sind…
In der übermütigen Theaterbearbeitung von Lucy Kirkwood und Katie Mitchell präsentieren der so zauber- wie divenhafte Mister Pink und seine charmante Assistentin Cécile eine Geschichte, mit der sie auf ganz besondere Weise verbunden sind.

Kein Licht.

von Elfriede Jelinek
Regie: Daniel Kunze
Premiere am 7. Januar 2017

Das Wasser ist an Land gekommen, eine gewaltige Flutwelle hat alles mit sich fortgerissen. Energie wurde geraubt: Eine Anlage ist ausgefallen oder hat sich automatisch abgeschaltet. Nur noch ohrenbetäubende Stille erfüllt die Luft, ein Lärm, der die Welt lautlos unter sich begräbt, jedes Gehör taub macht, einem kollektiven Tinnitus gleich. Etwas hat sich grundlegend verändert - aber was? Etwas, das der Mensch erschuf, hat sich unumkehrbar gegen ihn gewandt, und das Licht, das früher auf ihn schien, muss er nun selbst abstrahlen, bläulich leuchtend aus den Knochen seines Körpers.
Ohne dass die Worte 'Fukushima' oder 'Atomkraft' fallen, ist "Kein Licht." ein Geisterszenario nach dem Super-GAU, ein Beckett-haftes Endspiel, das abrechnet mit unserem  Glauben an die Beherrschbarkeit der Technik und in dem die Schreie der totgeschwiegenen Opfer gespenstisch widerhallen.

Tender Napalm (DSE)

von Philip Ridley
Regie: Frank Weiß
Premiere am 18. März 2017


In Philip Ridleys Drama „Tender Napalm“ sezieren ein Mann und eine Frau ihre Beziehung. In ihren Gesprächen und Monologen verschwimmen die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit zu einer verstörenden Melange aus Zärtlichkeit, Gewalt und poetischer Schönheit.
Ridley untersucht die Sprache der romantischen Liebe und definiert sie neu. „Tender Napalm“ ist ein Musterbeispiel dafür, wie es dem Autor immer wieder gelingt, aus düsteren Themen wie Krieg und Zerstörung mit viel Einfallsreichtum eine phantastische und magische Poesie entstehen zu lassen.

 

Don Quijote

nach Cervantes
grubengold. Leitung Michaela Kuczinna
Premiere am 13. Mai 2017

Erstmals werden sich Regieteam und Teilnehmer des Flüchtlingsprojekts „grubengold“ mit einer literarischen Vorlage auseinandersetzen. Mit dieser Produktion wird die Grundlagenarbeit der letzten Spielzeit weiter entwickelt und fortgeführt. Die Gruppe wird um neue Teilnehmer erweitert und kann damit über die Theaterarbeit hinaus auch weiterhin wichtige Integrationshilfen für die Teilnehmer leisten

 

Angst essen Seele auf

von Rainer Werner Fassbinder
Regie: Romy Schmidt
Premiere am 02. Juni 2017

Angst ist ein Zustand der Starre, etwas, das die Menschen und ihre Entscheidungsfähigkeit verändert. In „Angst essen Seele auf“ wird ein ungleiches Paar auf einen Spießroutenlauf geschickt. Ali, ein etwa dreißigjähriger Gastarbeiter mit marokkanischen Wurzeln, und Emmi, eine sechzigjährige einfache Hausfrau, bewegen sich in einem sozial schwachen Umfeld, in dem die Ausläufer des Nationalsozialismus zwar nicht angesprochen werden, aber deutlich mitschwingen. Regisseurin Romy Schmidt möchte mit diesem Lehrstück von Fassbinder der Frage auf den Grund gehen: Was macht Beziehungen und das Zusammenleben von Menschen unmöglich?