Die Premieren der Spielzeit 2017/18

Premieren der Spielzeit 2017/18

 

Die Zofen

von Jean Genet
Regie Frank Weiß
Premiere am 30. September 2017

Die Schwestern Claire und Solange sind Zofen der „gnädigen Frau“. In deren Abwesenheit spielen sie ein Ritual der Erniedrigung, ein demütigendes Spiel von Herrschaft und Knechtschaft: Eine von beiden übernimmt die Rolle der „Gnädigen“, die andere spielt ihre Dienerin. Sie wollen sich an der „Gnädigen“ für ihre Erniedrigung rächen. Doch die Pläne missglücken, und am Ende gelingt ihnen die Rache nur im Spiel: Claire als „gnädige Frau“ lässt sich von ihrer Schwester vergifteten Tee reichen.

 

Caligula

von Albert Camus
Bühnenfassung von Clara Nielebrock und Thorsten Sperzel
JUNGE PRINZ*ESSINNEN
Leitung: Clara Nielebock
Premiere am 04. November 2017


Albert Camus‘ Caligula ist eine Auseinandersetzung mit der Absurdität menschlicher Existenz. Caligula verzweifelt an der Welt, als er mit dem plötzlichen Tod eines geliebten Menschen konfrontiert wird. Er begreift schmerzlich die Sinnlosigkeit des Seins: „Die Menschen sterben, und sie sind nicht glücklich“. Alle wissen, worum es letztlich geht: um Leben und Tod. Was ist stärker: die Erkenntnis des Absurden, die Liebe, die Moral, der Glaube oder der Stolz? Caligulas Macht wird zu seinem ganzen Unglück.

 

Sisyphos! - Der Berg ruft...

Regie: Romy Schmidt
Premiere am 08. Dezember 2017

"Und weiter sah ich den Sisyphose in gewaltigen Schmerzen: wie er mit beiden Armen einen Felsblock, einen ungeheuren, fortschaffen wollte. Ja, und mit Händen und Füßen stemmend, stieß er den Block hinauf auf einen Hügel. Doch wenn er ihn über die Kuppe werden wollte, so drehte ihn das Übergewicht zurück: von neuem rollte dann der Block, der schamlose, ins Feld hinunter: Er aber stieß ihn immer wieder zurück, sich anspannend, und es rann der Schweiß ihm von den Gliedern, und der Staub erhob sich über sein Haupt hinaus."

- Homer: Odyssee 11. Gesang, 593-600

 

Kooperation mit der Folkwang Universität der Künste

Regie: Jakob Arnold

Extremophil (DEA)

von Alexandra Badea
Regie: Frank Weiß

Extremophil sind Organismen, die unter äußersten Bedingungen leben können, zum Beispiel in großer Hitze, frostiger Kälte, ohne Licht und mit wenig Sauerstoff. Sie passen sich der Lebensfeindlichkeit ihrer Umgebung an. Ähnlich diesen Lebewesen haben sich die drei Protagonisten angepasst. Anonymisiert wird man Teil ihres Alltags und ihrer persönlichen Entfremdung. Nur diejenigen, die ihnen etwas bedeuten, haben Namen, und nur ihre Profession gibt ihnen eine Identität.
Der Stabschef des Bildungsministers wird kurz vorm Familienurlaub, in den er sich vor seinem heimlichen Liebhaber geflüchtet hat, wegen eines Vorfalls an einer Schule einberufen. Die junge und ambitionierte Wissenschaftlerin geht auf ein Schiff, um für große Wirtschaftsunternehmen am Boden der Ozeane nach verwertbaren Rohstoffen zu suchen, will eigentlich die Extremophil erforschen und beendet dafür ihre Beziehung. Der Drohnensoldat sitzt in Nevada vor seinen Bildschirmen und kämpft in einem asymmetrischen Krieg, dessen "Feind" er bis ins Private ausspioniert, um dann die Entscheidung über Leben und Tod nicht zu treffen, sondern sie nur auszuführen. Das Leben findet abgekoppelt vom Selbst statt. Die damit einhergehenden Kompromisse führen zum Vergessen der eigentlichen Idee und Motivation, etwas zu tun. Sie alle agieren wie unter einer Glaskuppel. Es gibt ein brodelndes Innen und ein zunehmend rissig werdendes Außen. Noch funktioniert das Außen reibungslos, doch dass Innere rebelliert so lang, bis sie es nicht mehr schaffen, sich selbst zu ignorieren.

 

Beruf: Eulenspiegel (UA)

von Frank Weiß
Regie: Romy Schmidt

Ausgangspunkt des Stücks ist eine real existierende Stellenausschreibung der Stadt Mölln für einen Till Eulenspiegel-Darsteller der bei 400 Auftritten im Jahr auch noch 25% seiner Stelle mit Büro- und Öffentlichkeitsarbeiten in der Kurverwaltung der Stadt übernehmen soll. Und das alles zu einem Hungerlohn.
(http://www.moelln.de/files/aktuelles/Stellen/Stellenausschreibung-Eulenspiegel.pdf)
Das Stück spielt in einer fiktiven Geburtsstadt Till Eulenspiegels. Tatsächlich gibt es mehrere Bewerber die sich um den Job bewerben. Die Stadt hat sich dafür ein groteskes Assessment-Center ausgedacht in dem sich die Bewerber mit Eulenspiegeleien gegenseitig übertrumpfen sollen. Der absurde Wettstreit um eine unwürdige Stelle eskaliert und am Ende hält der Sieger der ganzen Stadt seinen berühmten Spiegel vor.

 

Grubengold #3

Stückentwicklung des Grubengoldensembles

Regie: N.N.