DER MENSCH - DIE FAST VOLLSTÄNDIGE GESCHICHTE

Eine Koproduktion des Theater im Bauturm (Köln) & Prinz Regent Theater (Bochum)

Do

Viele moderne Sachbücher lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Sie handeln auf möglichst wenigen Seiten möglichst weite historische Zeitspannen ab, um endlich einmal das Große Ganze zu erklären. Ob Noah Yuval Hararis EINE KURZE GESCHICHTE DER MENSCHHEIT oder Bill Brysons EINE KURZE GESCHICHTE VON FAST ALLEM - stets geht es darum, mit ausholendem Schwung aus der Geschichte und Existenz des Menschen überzeitliche Beobachtungen anzustellen.


Zwei charmante Moderatoren (Lisa Bihl und Jonas Baeck) laden zu einem Vortrag ein, der das durchaus utopische Ziel hat, die (fast) vollständige Geschichte der Menschheit zusammenzufassen. Es scheint jedoch, als hätten die beiden Vortragenden auch miteinander eine längere Geschichte. Während sie erläutern, weshalb es die Firma Peugeot in Wirklichkeit gar nicht gibt, oder warum die Domestizierung des Weizens alles andere als ein Segen für die Menschheit war, oder was den ausgestorbenen Dodo mit Sir Isaac Newton verbindet, erfahren wir immer wieder, was es bedeutet, Mensch zu sein. Wie in den beliebten, aber auch umstrittenen populärwissenschaftlichen Bestsellern, die den Theaterabend inspirierten, reichen sich unerwartete Wissensvermittlung und humorvoller Unterhaltung stets überraschend die Hand. In nur 80 Minuten erleben Sie die fast vollständige aber stets fesselnde, oft skurrile und erstaunlich makabere Geschichte unserer Spezies. Dass dabei auch die Bedeutung von Pandemien für die Entwicklung unserer Spezies erläutert werden muss, ist inzwischen wohl unumgänglich.

Trailer: Peter Wedel - © PRT

Mit:
Jonas Baeck

Lisa Bihl

Regie: Hans Dreher
Ausstattung: Rabea Stadthaus

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Pressestimmen

Geld, Gesellschaften mit begrenzter Haftung, Religion und sogar Menschenrechte - Produkte der Fantasie allesamt, deren Nebenwirkungen auch Menschen in den wohlhabenderen Teilen der Welt immer deutlicher zu spüren bekommen: Bedürfnisse einigermaßen befriedigt, Planet kaputt.
Solche Erkenntnisse sind in Bestsellern wie "Eine kurze Geschichte der Menschheit" von Yuval Noah Harari derzeit in allen Bahnhofshandlungen nachzulesen. Aber kann die dramatische Bilanz auch auf dem Theater funktionieren? Regisseur Hans Dreher testet dies in "Der Mensch - Die fast vollständige Geschichte", einer gemeinsamen Produktion des Theaters im Bauturm und des Prinz Regent Theaters Bochum, in 80 Minuten. Die Premiere am vergangenen Freitag in Bauturm zeigte: Es geht.
Das liegt nicht zuletzt an den Darstellern Lisa Bihl und Jonas Baeck, die [die] Bearbeitung von Hararis Rundumschlag mit viel Energie und Witz interpretieren. In der Manier beflissener TV-Moderatoren präsentieren sie Sensationen wie „Das Feuer“, „Die Sprache“, „Die industrielle Revolution“ – alle Fakten, alle Tore -, während Baeck sich gekonnt mal „zum Affen macht“ und keckernd durchs Publikum läuft oder in Dodo-Maske von Bihls martialischem Laubbläser von der Bühne gefegt wird.
Zum Stück wird das Ganze aber, weil Bihl die Bemühungen des munter welterklärenden Partners immer wieder ironisiert und schnippische Bemerkungen zu Status der privaten Beziehung zwischen den beiden einwirft. Was gilt schon der allgemeine Untergang verglichen mit dem persönlichen Befinden? (Kölnische Rundschau)